Zu Besuch bei Sabine und ihrer Familie

Zurück in der Domstadt! Nachdem wir im Rahmen der Blogreihe “Zu Besuch bei…” bereits Ralf in der Kölner Südstadt besuchten, waren wir nun im äußerst beliebten Ehrenfeld.

Für so manchen Kölner ist das Tor zur Welt Ehrenfeld. Und auch Sabine und ihr Mann Frank fühlen sich hier mit ihren beiden Söhnen Ivo (4) und Karlo (2) und ihrem Mischlingshund Jeronimo pudelwohl. Sabine ist Sonderpädagogin an einer Förderschule und Frank arbeitet als freiberuflicher Fotograf.

„In der Mongolei räumte eine mongolische Familie sogar ihre Jurte für uns und wir fanden uns mitten im Nichts zwischen ein paar Pferden und Rindern wieder.”

Warum Haustausch? Was war der Beweggrund für euch Haustausch einmal auszuprobieren?

Sowohl mein Mann und ich sind vor den Kindern viel gereist und haben Auslandserfahrungen gesammelt (er hat in Paris und Barcelona gelebt, ich eine zeitlang in Ghana).*Als*Studentin* war ich sehr aktiv bei Couchsurfing und Hospitality Club. Darüber habe regelmäßig mein WG-Zimmer und später unsere Wohnung* anderen* Reisenden zur Verfügung gestellt. Über diese Privatunterkünfte habe ich die Menschen und Kulturen auf meinen Reisen intensiver kennengelernt als die Pauschalreisenden, die im Hotel unterkommen. Über Hospitality Club wurde man von seinen Gastgebern schnell auch mal auf eine indische* Hochzeit mitgenommen oder zum Grillen auf eine Datscha im Hinterland, wo noch nie ein Tourist gewesen ist.

Im* August ist der erste Wohnungstausch über GuestToGuest geplant. Wir tauschen mit einer Familie aus* Amsterdam, die ebenfalls zwei Kinder im Alter unserer Söhne hat. Unser Ältester freut sich jetzt schon auf das Tipi-Bett, in dem er dann dort schlafen darf.

Was magst Du ganz besonders an eurer Wohnung?

Ich mag unseren Balkon sehr gern. In unserem Garten steht ein 110 Jahre alter Baum und wenn man abends bei einem Glas Wein auf dem Balkon sitzt, hat man ein bisschen das Gefühl, in einem Baumhaus zu wohnen. Alles ist grün, man kann Eichhörnchen beobachten und man hört die Vögel zwitschern. Da vergisst man schnell, dass man in der Stadt* wohnt.* Außerdem liebe ich die hohen Decken und großen Fenster unserer Altbauwohnung. Dadurch wirken die 84 recht groß und wir haben viel Platz an den Wänden für unsere Bilder.

Welche Gegenstände in eurer Wohnung erzählen eine besondere Geschichte?

Mein Mann und mich verbindet die große Leidenschaft für Kunst. Deshalb schmücken viele kleine und große Kunstwerke unsere Wände. Langsam wird es aber recht voll an den Wänden und dann sagen wir uns, dass es Zeit wird, umzuziehen. Die Bilder brauchen Platz (die Kinder natürlich auch ;)). Jedes Kunstwerk erzählt eine Geschichte. Wir kennen viele der Künstler persönlich, etliche Bilder haben wir von Reisen mitgebracht.

Was magst Du ganz besonders an Köln?

Ich wohne jetzt seit 18 Jahren in Köln und liebe die* kölsche Art. Ich glaube, Köln macht es Imis (den Zugezogenen) besonders leicht mit dem Ankommen und Einleben in Köln.
Und dann ist da der Kölner Karneval, der absolute Ausnahmezustand. Wenn man möchte, kann man 6 Tage durchfeiern. Dann sieht man überall bunte Kostüme und hört kölsche Karnevalslieder an jeder Ecke. Falls man Karneval nicht mag, kann man ihm aber auch ganz gut aus dem Weg gehen. Meine persönlichen Favoriten sind der alternative Geisterzug am Samstagabend mit Trommeln und Sambarhythmen und die Nubbelverbrennung am Dienstag Abend. Wir wohnen gleich neben einer Karnevalskneipe und können das feierliche Treiben mit Fackeln und Kerzen um Mitternacht vom Fenster aus beobachten. Das gibt’s nur in Köln. Und das Gute ist, das Babyphon hat Empfang, da kann man gut auf ein, zwei Karnevalslieder – oder auch mehr – “kurz runtergehen”.
“Alle sind offen und man hält hier und da ein Schwätzchen, trinkt ein Kölsch zusammen”

Köln hat aber auch im Alltag vieles zu bieten: Ausstellungen, Konzerte, Trödel- und Designmärkte, sowie kleine Galerien und tolle Museen, viele Cafés, Restaurants, Bars und Clubs. Es wird nie langweilig und falls doch, öffnet irgendwo wieder ein neuer Laden, Club oder Restaurant.

Was sollte man an einem Wochenende in Köln nicht verpassen?

Als Kind sollte man sich das Schokoladenmuseum nicht entgehen lassen und eine Fahrt mit der Kölner Seilbahn.
Für die Großen empfehle ich ein gemütliches Frühstück in einem der vielen Cafés im Belgischen Viertel oder in Ehrenfeld. Am besten draußen auf der Terrasse und dabei das bunte Treiben auf der Straße beobachten. Anschließend über einen der vielen Trödelmärkte (Alte Feuerwache, Wilhelmplatz) schlendern oder am Rhein spazieren gehen. Bei Sonnenschein das Richter-Fenster im Kölner Dom bewundern, auf dem Rhein mit dem Schiff fahren oder Bötchen am Decksteiner Weiher oder im Blücher Park. Vielleicht ein FC Spiel im Stadion anschauen oder in einer der vielen Kneipen – da kommt auch Stimmung auf.
Wer urige kölsche Atmosphäre genießen möchte, der kehre in eines der vielen Brauhäuser ein. Hier kann man typisch kölsche Gerichte bei einem Glas Kölsch genießen. Kölsch ist übrigens die einzige Sprache, die man trinken kann, hat mir ein Köbes mal erklärt.

Wenn man in der Adventszeit in Köln ist, sollte man mal über den Weihnachtsmarkt schlendern (am besten über den am Stadtgarten). Im Juli finden außerdem die Kölner Lichter statt – mir ist das Spektakel zu groß und zu voll, aber wer Feuerwerk mag, ist hier richtig!

Mehr über Sabines und Franks Wohnung