Leipzig: Zu Besuch bei Christian und seiner Familie

Beim letzten Mal unserer Blogreihe “Zu Besuch bei…” befanden wir uns bei Sabine in Köln Ehrenfeld. Nun zog es uns Richtung Osten, genauer gesagt nach Leipzig zu Christian und seiner Familie.

Leipzig gehört mit Sicherheit schon seit einigen Jahren zu den spannendsten Städten Deutschlands. Die New York Times zog bereits vor geraumer Zeit Parallelen zur Hauptstadt Berlin und auch der Guardian titelte “Is Leipzig the new Berlin?”. Für manche ist Leipzig bereits das neue kreative Zentrum der Bundesrepublik.
Erfahren Sie hier was Leipzig, neben dem in der Presse beschriebenen Hype, alles noch zu bieten hat und lernen Sie GuestToGuest-Mitglied Christian und seine Familie kennen, die hier in einer traumhaften Altbauwohnung in einer ehemaligen Fabrikantenvilla leben.

„Wir lernten über unsere Tausche tolle Menschen kennen, mit denen wir teilweise noch heute Freundschaften pflegen.”

Warum Haustausch? Was war der Beweggrund für euch Haustausch einmal auszuprobieren?

Die ursprüngliche Intention war sicherlich die Kosten für unsere vielen Urlaube zu senken und etwas Geld zu sparen. Nach den ersten Tausche haben wir aber schnell festgestellt, dass es noch viel mehr Gründe für Haustausche gibt. Es ist so spannend, zu erleben, wie andere Menschen in anderen Regionen der Welt leben. Wir lernten über unsere Tausche tolle Menschen kennen, mit denen wir teilweise noch heute Freundschaften pflegen. Haben Orte kennengelernt, die wir ohne Wohnungstausch so nie bereist hätten, die aber viel spannender waren als die üblichen Urlaubsziele. Mittlerweile können wir uns einen normalen Urlaub im Hotel nicht mehr vorstellen.

Seit wir Eltern sind, finden wir es zudem genial, dass bei Tauschs mit Familien vor Ort meist alles wie Autositz, Kinderstuhl, Bett, Spielzeug vorhanden ist.

Welcher Haustausch ist euch in außerordentlich guter Erinnerung geblieben?

Während unserer gemeinsamen Elternzeit waren wir mit unserem damals vier Monate alten Sohn für zwei Monate in Nordamerika. Ein Pärchen aus Portland mit dem wir ursprünglich einen Tausch vereinbaren wollten, lud uns für eine Woche zu sich ein, ohne selbst nach Leipzig kommen zu wollen. Es war die beste Urlaubswoche. Die Beiden waren unglaublich gastfreundlich und herzlich. Bei der Ankunft wartete ein wunderschönes, helles Zimmer mit einem großen Blumenstrauß und einigen kleinen Gastgeschenken auf uns. Sie nahmen sich so viel Zeit uns die Stadt zu zeigen, kochten und grillten für uns, gingen mit uns aus und waren einfach die besten Gastgeber, die man sich vorstellen kann. Sie berichteten uns, dass sie vor einigen Monaten ebenfalls bei einer Haustauschfamilie zu Gast waren, dort auch verwöhnt wurden und einfach etwas zurückgeben wollten.

Was magst du ganz besonders an eurer Wohnung?

Den echten Leipziger Altbaucharme und die Lage. Die Wohnung befindet sich in der Fabrikantenvilla einer ehemaligen Schokoladenfabrik. Wir haben eine Deckenhöhe von 3,50m bis 4,00 m, die Fenster sind riesig, alle Räume mit dem ursprünglichen Parkett ausgestattet. Es ist luftig, sehr hell und man spürt den ursprünglichen Luxus. Die Lage könnte nicht besser sein. Die Nachbargebäude sind das Schillerhaus, wo Friedrich Schiller die Ode an die Freude schrieb, zahlreiche kleine Villen und das barocke Gohliser Schlößchen. Auf der anderen Straßenseite hat man Zugang zum riesigen Rosenthal und Auwald, fußläufig gibt es tolle Biergärten und Restaurants und in fünf Minuten ist man mit dem Fahrrad im Leipziger Zentrum.

Was gefällt dir insbesondere an Leipzig?

Wir lieben unsere Parks und Wälder. Leipzig hat die größte zusammenhängende innerstädtische Grünfläche Europas. Auwald, Rosenthal und Clara-Zetkin-Park ziehen sich durch das gesamte Stadtgebiet. Man kann sich stundenlang mit dem Fahrrad oder zu Fuß durch die Grünflächen bewegen ohne in Kontakt mit dem Großstadtlärm zu kommen. Überall findet man Biergärten, Cafés und Restaurants, Spielplätze für die Kids, Aussichtspunkte, Liegewiesen… Das ist Lebensqualität!

“Mittlerweile können wir uns einen normalen Urlaub im Hotel nicht mehr vorstellen.”

Was sollte man an einem Wochenende in Leipzig nicht verpassen?

Schnappt euch ein Kanu am Stadthafen und fahrt auf den Leipziger Flüssen und Kanälen durch Plagwitz und Schleußig, entlang an den ehemaligen Fabrikgebäuden, in denen sich heute tolle Wohnungen, Ateliers und Gewerbe befinden. Wenn es Zeit und Kondition hergeben, kann man sogar durch dichte Wälder bis zu den großen Seen im Leipziger Süden paddeln. Dort ist aus ehemaligen Tagebaugebieten ein riesiges neues Naherholungsgebiet entstanden.